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Basement Jaxx – Where their heads are @

Ziemlich genau zwei Jahre liegt es nun zurück, dass ich zum ersten Mal in Köln auf die Basement Jaxx traf. Und fast scheint es, als hätten die beiden Jungs aus dem Londoner Stadtteil Camberwell einen besonders guten Draht zum deutschen Petrus. Denn wie schon 1999 ist auch an diesem Tag im Mai das Wetter mehr als gut. 27 Grad Celsius, überall viel nackte Haut, und die Eisdielen machen ihren ersten großen Umsatz in diesem Jahr.

Die Temperatur im Wagen auf der Fahrt nach Köln müsste so um die 40° liegen, aber das kann mir meine gute Laune nicht verderben. Schließlich soll ich Simon Rattcliffe und Felix Buxton auf der Dachterasse ihres Hotels, im elften Stock unter freiem Himmel mit Blick über die Domstadt, treffen. Gibt es an so einem schönen Sommertag für ein nettes Gespräch unter sechs Augen eine bessere Kulisse als diese?

Und ich habe Glück. Trotz einiger bereits gelaufener Interviews an diesem Tag wirken die Herren Ratcliffe und Buxton noch recht entspannt und genießen einfach die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres. Bei ihrer Abreise hat es in London noch geregnet, und so muss ihnen der Trip nach Deutschland ein bisschen wie Urlaub vorkommen. Dabei gibt es in den nächsten drei Tagen allerhand zu tun. Unzählige Pressetermine stehen in Köln, Hamburg und Berlin auf den Programm. Hinzu kommt noch ein abendliches DJ-Set in allen drei Städten und das läßt eine Menge Arbeit erahnen. So hat Erfolg eben auch seine Schattenseiten und seit unserem letzten Gespräch hat sich in dieser Hinsicht viel getan. „Remedy“, das Album, das Simon und Felix vor zwei Jahren im Gepäck hatten, um es in Deutschland zu promoten, hat inzwischen Platin-Status erreicht und brachte Hitsingles wie „Rendez Vu“, „Jump’n’Shout“ und „Bingo Bango“ hervor. Nun steht die Veröffentlichung des Debüt-Nachfolgers „Rooty“ vor der Tür und die Erwartungen der Dance-Gemeinde sind enorm hoch.

Insbesondere seit dem Release des neuen Daft-Punk-Longplayers gilt das kommende Werk der Engländer als das nächste Hightlight des Jahres auf dem Housesektor, denn immer wieder gern werden die zwei als die britische Ausgabe des französischen Duos gefeiert. Allerdings hinkt dieser Vergleich ein wenig. Zwar sitzen sowohl bei Daft Punk als auch bei den Basement Jaxx zwei kreative Köpfe an den Reglern und man ist auch schon über viele Jahre gut miteinander befreundet, doch ist „Rooty“ so ganz anders als „Discovery“. Noch etwas innovativer und abwechslungsreicher – dafür ein bisschen weniger mainstreamig – angesiedelt irgendwo zwischen R ’n’ B, Funk, Punk, Disco und House. Die erste Singleauskopplung „Romeo“ wird sicherlich binnen kürzester Zeit die Tanzflächen der Houseclubs füllen. Viel bemerkenswerter ist allerdings die B-Seite der 12Inch. „Where’s Your Head @?“ geht richtig nach vorn und man fragt sich schnell, warum dieser unglaubliche Track lediglich auf der B-Seite gelandet ist. Fragen über Fragen, die sich beim Hören von „Rooty“ auftun und um diese zu klären, bin ich hier. Kaum, dass wir uns gesetzt haben, übernimmt auch gleich Simon das Gespräch. Mit einem forschen Griff in unsere Unterlagen fingert er den Zettel mit den vorbereiteten Fragen aus dem Papierhaufen, nimmt von da an das Interview in die eigene Hand und macht es so zu einem der entspanntesten, die ich je geführt habe. Eigentlich könnte ich an dieser Stelle auch ein Eis essen oder im Hotelpool schwimmen gehen. Da sich das aber nicht gehört, bleiben ich einfach mal sitzen und genieße die Sonne.

Simon: „Wie würden wir selbst den Stil der Basement Jaxx beschreiben und wie hat sich dieser seit ‚Remedy‘ verändert?

Der Stil der Basement Jaxx ist Technology Music. Technologie ist ein schöner Ausdruck. Wir nutzen die Technologie, um menschliche Tracks und menschliche Emotionen zu erzeugen. Wir benutzen Samples und Sounds und so ist alles möglich. Wir können Traumwelten und Fantasien kreieren, wie wir es für das zweite Album eben machen wollten. Es gibt viele Leute, die meinen, dass ‚Rooty‘ härter und düsterer als ‚Remedy‘ wirke. Wir haben uns weniger darum gekümmert, wie das Ergebnis unserer Arbeit am Ende wohl ankommen wird. Wichtig war uns, nicht einfach nur ein simples Housealbum zu produzieren. Wir haben die Zeit genutzt, uns selbst zu finden, so etwas frisches, etwas anderes zu machen und darüber unsere Wurzeln, die in den Clubs verankert sind, nicht zu vergessen. Außerdem haben wir dabei viel über die Bedeutung des Lebens und der Musik nachgedacht. Manchmal vielleicht ein bisschen zu viel. Bei der Produktion von ‚Rooty‘ waren wir recht sicher, schließlich war ‚Remedy‘ ein Erfolg. Wir wussten, was wir tun, ist gut, und so konnten wir etwas neues und aufregendes bezüglich Stil und Tempo machen. Es war uns schon wichtig, auch ein paar Clubtracks auf dem Album zu haben, die die DJs, bzw. die wir selbst im Club spielen können. Nummern wie ‚Where’s Your Head @‘ oder ‚Do Your Thing‘ sind eben aus dieser Motivation heraus entstanden.“

Felix: „‚Where’s Your Head @‘ läuft in den englischen Clubs zum Beispiel schon sehr gut. Es kommt nicht häufig vor, dass du in einem Housetrack eine so starke Punk-Attitude vorfindest.“

„Enjoy your sadness, at the end it’s given you hope.“

Simon: „‚Rooty‘ weist eine große Anzahl verschiedenster Vocalisten auf. ‚Romeo‘ hat die englische R’n’B-Sängerin Kele le Roc eingesungen, Cassie lieh uns ihre Stimme bereits für ‚Bingo Bango‘ und ist jetzt auf ‚SFM‘ wieder dabei. Für die Vocals bei ‚Where’s Your Head @‘ zeichnet sich der ebenfalls britische HipHop-MC Damien verantwortlich und die 29 Sekunden von ‚Freakalude‘ gehen auf das Konto von Derrick Carter. Wie wählen wir die Stimmen für unsere Tracks aus?
Wir haben keine großen Stars auf dem Album, außer Kele le Roc und Derrick Carter vielleicht. Damien, der MC aus Camberwell, hat zum Beispiel eigentlich gar keinen Bezug zu Housemusic. Er hat den Tune einfach gesungen, es klang gut und so wird er nun auf unserem Album gefeatured. Wir suchen die Leute nach ihrem Charakter aus, nach dem, was sie darstellen. Es muss gar nicht perfekt sein, was dabei heraus kommt. Natürlich kannst du dir zu diesem Zweck auch professionelle Sänger heranholen, aber das klingt oft sehr langweilig.

Die Veröffentlichung unseres Debüts liegt gerade mal zwei Jahre zurück. Wie lange haben wir effektiv an dem Nachfolger gearbeitet?
Mit den Aufnahmen zu ‚Rooty‘ haben wir so ungefähr im März des vergangenen Jahres begonnen. Es ging irgendwie alles ziemlich schnell. Wir haben weniger als ein Jahr gebraucht, um das Album fertigzustellen. Einige Tracks brauchten ein bisschen länger, ‚Romeo‘ zum Beispiel. Wir hatten eine erste Version, haben diese im Club gespielt, wussten aber noch nicht so genau, welchen Style die Nummer fahren sollte. Es war nicht direkt ein Housetrack. Aber die Leute mochten ihn, wie er war. Dennoch sind wir ein paar Mal zu ‚Romeo‘ zurückgekehrt. Mal hat Kele le Roc die Vocals eingesungen, mal Felix, dann wieder Kele. Mit der Zeit hat das Teil eine traditionelle Pop-Struktur bekommen. Es war uns wichtig, nicht einfach einen Housetrack zu produzieren, sondern etwas, dass du gut im Club spielen kannst.

‚Remedy‘ hat sich unglaublich gut verkauft. Steigert diese Tatsache den Erfolgsdruck, mit dem man an das nächste Album herangeht?
Nein, wir fühlten uns keinem Druck ausgesetzt. Im Gegenteil. Vor ‚Remedy‘ hatten wir diverse EPs und eine Compilation auf unserem eigenen Label Atlantic Jaxx veröffentlicht und uns schließlich hingesetzt und gesagt: ‚Okay, lass uns jetzt mal ein Album produzieren.‘ Damals wussten wir noch nicht, was uns erwartet. Bei ‚Rooty‘ hingegen schon. Wir sind da ganz entspannt herangegangen, pflegten in der Zeit einen gesunden Lebensstil, trafen Freunde, hatten freie Wochenenden und haben uns nicht stressen lassen.

Wir greifen bei unseren Produktionen häufig auf Samples zurück. So kann man bei ‚Just One Kiss‘ beispielsweise Chic wiedererkennen. Wie wählen wir unser Material aus?
Viele Samples bringt Felix mit ein. Zum Beispiel das Chic-Sample, Gary Newman bei ‚Where’s Your Head @‘. Auch bei ‚Do Your Thing‘ haben wir gesamplet. Aber frage mich jetzt nicht nach dem Titel des Tracks, es war auf jeden Fall irgend so ein Jazz-Song. ‚Romeo‘, ‚All I Know‘ und viele andere kommen dagegen ganz ohne Samples aus. Allerdings sind natürlich alle unsere Sounds irgendwie Samples – eine Snare Drum oder das ‚Pingpingping‘ sind auch gesamplete Sounds, manchmal handelt es sich einfach um den Gesang eines Vogels.“

Felix: „Was inspiriert uns beim Schreiben und Produzieren unserer Tracks? Woher kommen unsere Einflüsse?
‚Where’s Your Head @‘ klingt aufgrund des Samples so hart. Es ist immer gut, ein Sample zu benutzen, denn so kreierst du die Atmosphäre, die den Song ausmacht. Diese Nummer beispielsweise klingt eher punkig und clubbig, da der Originalsound im Gary-Newman-Style ist. Ansonsten inspiriert einen einfach das Leben an sich, die Leute, die man trifft, das Wetter, die Gespräche, die man führt. Eigentlich alles, was in deinem Leben und in der Welt um dich herum passiert. Selbst Filme, die du dir anschaust.“

Betrachtet man das Album unter diesem Aspekt, scheinen euch in erster Linie positive Dinge zu passieren, da mit euren Tracks immer irgendwie eine gewisse Fröhlichkeit vermittelt wird.
Felix: „Einige Songs haben aber auch eher traurige Lyrics. Am Ende steht jedoch immer die Hoffnung. Enjoy your sadness, at the end it’s given you hope. Deswegen haben wir keinen festgefahren Stil. Wir machen, was uns an diesem Tag, an dem wir im Studio sitzen und einen Track produzieren, einfach gut tut.“

„Felix ist mastering his mind more than mastering something else.“

Simon: „Wie teilen wir die Arbeit unter uns auf, wenn wir ein Album oder einen Track produzieren? Ich galt bisher in der Presse häufig als das Mastermind der Basement Jaxx. Kann man das überhaupt so auf den Punkt bringen?
Das sehen wir eigentlich nicht so. Ich würde sogar eher sagen, dass Felix das Mastermind der Basement Jaxx ist. Ich konnte mich am Anfang einfach musikalisch mehr einbringen, weil ich wusste wie man Instrumente wie das Keyboard bedient. Felix hat eher die Ideen und Visionen, ist mehr der Designer. Er weiß, wie man dieses Element mit jenem kombiniert und so etwas neues kreiert. So spielen wir beide eine wichtige Rolle. Felix ist das Mastermind in dem Sinne ‚mastering your mind‘. He’s mastering his mind more than mastering something else.“
Felix: „Ich habe häufig die Ideen, aber keine Ahnung, wie man diese dann technisch umsetzt. Ich weiß, wie sich eine Melodie anhören soll, weiß aber nicht, wie man diese dann so produziert. Ich bin in dieser Hinsicht kein traditioneller Künstler. So brauchen wir uns gegenseitig.“

Simon: „Haben wir, als musikalische Vorreiter und Wegbereiter, eine Ahnung, in welche Richtung sich der Trend in Sachen House in der Zukunft entwickeln wird?
Schon jetzt sind im Dancebereich Dinge möglich, die vor Jahren noch undenkbar waren. Ich höre gern Rockmusik, und diese Attitude greift mehr und mehr in die Dancemusic ein. Wir können uns musikalisch bedeutend freier fühlen als früher. Wir sind frei. I’m a liberated woman.“ (lacht)

Felix: „Wer entscheidet letztenendes, welchen Track wir auskoppeln? Liegt hier die Entscheidung eher bei XL Recordings oder haben wir das selbst in der Hand? Und warum hat man sich zuerst für ‚Romeo‘ entschieden?
Wir waren uns dessen zunächst nicht wirklich sicher. Wir hatten mit ‚Romeo‘ eine sehr melodiöse Nummer produziert, testeten sie letztes Jahr in Londoner Clubs und sie funktionierte erstaunlich gut, was uns sehr überraschte, da sie nicht so ein pumping Housetrack war, keinen wirklichen Housegroove besaß. Wohl eher so etwas wie einen R’n’B-Groove – irgendwo so dazwischen eben. Viele Leute haben dann nach diesem Track gefragt und als wir schließlich das Album zusammenstellten, dachten wir, ‚Romeo‘ sei eine gute Möglichkeit, die Leute an den Longplayer heranzuführen. Eigentlich hat das allerdings eher das Label entschieden. Als wir mit ‚Rooty‘ loslegten, sagte man uns: ‚Macht was ihr wollt, folgt eurem Herzen.‘ Nachdem wir sechs Tracks fertig hatten, schickten wir ihnen das Tape und sie fanden es gut. Wir fanden es grauenvoll, gingen zurück ins Studio und versuchten es erneut, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden waren.“

Simon: „Ist ‚Rooty‘, ebenso wie zuvor ‚Remedy‘, komplett in unserem eigenen Londoner Studio entstanden?
Wir produzieren dort nun seit gut sechs Jahren. Wir wollten für ‚Rooty‘ nichts ändern, von dem wir wussten, dass es gut funktioniert. Ihr würdet staunen, wie simpel wir dort eingerichtet sind. Wir arbeiten lediglich mit dem nötigsten Equipment. Aber dort fühlen wir uns zuhause. Camberwell, der Ort, an dem wir leben, ist sehr inspirierend. Es ist ein bisschen rauh dort und nicht gerade sehr trendy. Doch es wird immer cooler. Dort leben Studenten, Landsteicher, verrückte Leute – wirklich verrückt, denn dort gibt es eine psychiatrische Anstalt in der Nähe – Künstler… es ist eine bunte Mischung von Leuten und manchmal ist es fast ein bisschen zu viel. Aber es ist definitv sehr inspirierend. Als wir damals in der Zeitung die Anzeige über die Vermietung eines Studios lasen und uns die Gegend ansahen, waren wir uns zunächst nicht sicher, ob wir dort wirklich bleiben wollten.“
Felix: „Aber es war finanziell einfach sehr günstig.“
Simon: „Und wir haben es lieben gelernt.“

„Wir sind in der Vergangenheit von Remixern oft enttäsucht worden.“

Wird es von ‚Romeo‘ bald auch noch Remixe geben und wer durfte dafür Hand anlegen?
Simon: „Zunächst erscheint ‚Romeo‘ ohne Remixe. Wenn wir einen Track zum Remixen herausgeben, kommen oft sehr enttäuschende Sachen dabei heraus, die ihr Geld nicht wert sind. Also packen wir lieber andere, neue Tracks auf B-Seiten und die Leute bekommen für ihr Geld direkt mehr geboten. Es werden aber vier Remixe von ‚Romeo‘ in Deutschland produziert, die wir zunächst noch prüfen müssen, ehe wir sie freigeben. Noch wissen wir nicht einmal, in welchem Stil sie geremixt werden.

Wählen wir unsere Remixer selbst aus und wie gehen wir bei der Entscheidungsfindung vor?
Wir suchen Leute aus, die wir cool finden, von denen wir denken, dass sie etwas neues und aufregendes aus unserem Track machen werden. Etwas, dass wir auch selbst auflegen würden. Wir sind in der Vergangenheit oft enttäuscht worden. Einige Produktionen mögen für den DJ als Tool ja ganz gut zu gebrauchen sein, sind aber ansonsten total langweilig. Danny Tenaglia wird wahrscheinlich bald einen Remix machen. Bei ihm wird in der nahen Zukunft eine Anfrage eingehen.
Gibt es jemanden, den wir gern für diese Aufgabe gewinnen würden?
Wir würden gern von Mood II Swing mal einen Remix machen lassen. Bei Tim London haben wir mal angefragt. Der wollte allerdings 100.000 Dollar dafür haben.

Schwebt uns auf der anderen Seite ein Track vor, den wir gern einmal neu bearbeiten oder einen, von dem wir immer die Finger lassen würden?
Es sollte ein unglaubliches Stück sein, ein wirklich toller Song mit einem guten Groove, der einfach schlecht verarbeitet wurde. Niemals remixen würden wir sicherlich Bob Marley, weil seine Musik einfach gut ist, so wie sie ist.
Wird es ein Videoclip zu ‚Romeo‘ geben? Welchen Regisseur haben wir oder unser Label für diesen Zweck ausgesucht?“

An dieser Stelle schaltet sich Felix wieder in das Gespräch ein: „Es soll ein Video geben. Wer Regie führt, ist allerdings noch nicht ganz klar. Derzeit sind wir noch nicht so sicher, ob der damit Beauftragte wirklich gut ist. Vor zwei Wochen waren wir für den Dreh in Indien. Dort sah alles noch ganz okay aus. Doch dann bekamen wir den Clip und er war wirklich langweilig. Jetzt wird er eventuell nochmal neu geschnitten oder irgendetwas anderes muss passieren. Das ist natürlich ziemlich ärgerlich. Es ist schwierig, Leute zu finden, die wirklich leidenschaftlich kreativ tätig sind und interessante Sachen machen.

Wo feiern wir unsere größten Erfolge, sehen wir von England an dieser Stelle einmal ab?
Wir sind die Nummer eins in Norwegen. Dort sind wir wirklich die Größten.“

Warum denn wohl ausgerechnet Norwegen?
Felix (lacht): „Keine Ahnung. Ich hatte dort mal eine Freundin. Sie hat wahrscheinlich ihren Freunden von uns erzählt und nun sind wir dort ganz oben. Als nächstes kommt wohl Japan. Amerika hingegen ist eine ganz schwierige Angelegenheit.“
Simon: „Amerika ist einfach ein viel zu großes Land.“

Felix: „Gibt es jemanden, der bei Fashion-Fragen der Basement Jaxx mitentscheidet oder sind wir ausschließlich selbst verantwortlich für die Dinge, die wir tragen?
Nein, den gibt es nicht. Wir tragen, was uns gefällt. Imageberater sind wohl eher etwas für Teenie-Popbands.“

Auf den letzten Promofotos der Basement-Jaxx trug Felix allerdings Buffalos, die zu diesem Zeitpunkt in Deutschland schon kein besonders gutes Image mehr hatten.
Felix (lacht): „Ich mag Buffalos und finde, dass es einfach coole Schuhe sind. Irgendwann hatten auch die Spice Girls welche an und ab da waren sie weniger cool, was ich eigentlich schade fand. Aber die Mode ändert sich eben. Und das ist schließlich auch schon zwei Jahre her.“
Okay, die Frage war auch nicht ganz ernst gemeint und da heute keiner der beiden die Turnschuhe mit der enormen Profilsohle mehr trägt, haken wir das Thema an dieser Stelle auch einfach ab.

Felix: „Welche Schwierigkeiten birgt unser, inzwischen zu einer Art Popstar mutiertes Image bei der Koordination von Job und Privatleben? Was hat sich für uns persönlich durch den Erfolg verändert?
Du versuchst natürlich, soviel Privatleben zu haben, wie eben möglich. Fakt ist, dass du eine Menge Termine und Gigs außerhalb hast und dein Privatleben drumherum planen musst. Meine Freundin findet es manchmal schon ziemlich schwierig, dass ich soviel unterwegs bin. Was hat sich verändert? Mehr Leute bemerken, was wir tun, wir können jetzt größer angelegte Videos drehen, was auf jeden Fall beides positive Dinge sind. Während der Produktion von ‚Rooty‘ haben wir jedoch versucht, wieder zu unserem normalen Leben zurück zu finden, die Dinge zu tun, die wir auch vorher schon getan haben. Denn wir glauben, dass genau das wichtig ist, wenn du gute Musik machen willst – dass dir klar sein muss, dass du nichts besonderes bist sondern auch nur ein menschliches Wesen.

Welche Pläne haben wir für die nahe Zukunft?“
Simon: „Wir werden einige große Festivals spielen und auf Tour gehen, in England, Amerika und Europa. Natürlich kommen wir dann auch nach Deutschland.“

Na, das hoffen wir doch wohl, denn wenn ein Live-Gig der Basement Jaxx so unterhaltsam ist, wie dieses Gespräch, dann sollte man sich die Show nicht entgehen lassen. Von den DJ-Künsten der beiden können wir uns noch am selben Abend im Neuschwanstein überzeugen. Leider ist bei der Promoarbeit wohl ein wenig geschlampt worden und so taucht die Veranstaltung nur klein oder gar nicht in den gängigen Stadtmagazinen und der Tagespresse auf. Auch Plakate sind in ganz Köln nicht zu sehen und so hält sich der Andrang in Grenzen. Schließlich legen Simon und Felix vor knapp dreißig Leuten auf und die Stimmung schäumt demensprechend nicht gerade über. Seitens der Basement Jaxx versucht man dennoch, das Beste aus dieser Misere zu machen. In einem vollen Club wäre das Set zwischen House, R’n’B und UK Garage auch sicher gut angekommen. Unter den gegebenen Umständen ist die Veranstaltung jedoch mehr als enttäuschend. Schade, denn das hätte nicht sein müssen.

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