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DAFT PUNK – Music’s Got Us Feeling So Free

„One more time, we`re gonna celebrate, oh yeah, alright, don`t stop dancing. One more time, we`re gonna celebrate, oh yeah, don`t stop dancing.“

Diese Textzeilen kann inzwischen sicher jeder Clubgänger lauthals mitgrölen und das schon seit geraumer Zeit. Bereits im Sommer des letzten Jahres wren die ersten Whitelabels von „One More Time“ hierzulande in den Plattenkisten weniger auserwählter DJs wie Tom Novy, Phil Fuldner oder Mousse T., zu finden. Und bereits damals, noch ehe der Großteil der Crowd überhaupt wusste, dass es sich hierbei um das neuste Output aus dem Hause Daft Punk handelte, war zu erkennen, dass dem Track eine grandiose Zukunft bevorstehen würde. So füllten die Vorbestellungen der Scheibe mit dem Autotune-Effekt, der Romanthonys Stimme immer ein wenig nach Cher klingen lässt, in den Plattenläden ganze Bücher und am VÖ-Tag im November war innerhalb weniger Stunden für Zuspätkommer auch schon nichts mehr zu machen. Doch nicht nur eine Platzierung auf den obersten Rängen der Dance Charts, sondern auch der hohe Einstieg in die Sales Charts folgten – was umso mehr verwunderte, da bis zu diesem Zeitpunkt noch immer kein Video vorlag, das das Publikum in der Rotation bei VIVA und MTV berieseln konnte. Doch mal ganz ehrlich – haben wir, nach drei Jahren des Wartens, überhaupt etwas anderes von den kreativen Köpfen Thomas Bangaltar und Guy-Manuel de Homem-Christo erwartet? Dass dem 97er Album „Homework“, das sich weltweit mehr als zwei Millionen mal verkaufte, ein echter Burner folgen würde, war doch allen Kennern der Szene eigentlich von vornherein klar. Und doch ist „One More Time“ wieder ganz anders, ein Floorfiller und Ohrwurm der Extraklasse, der der inzwischen sowieso schon massenwirksam gewordenen Housemusic noch einen Tritt nach vorn verpasst hat. Modjos „Lady“ ist mittlerweile immer wieder im Hintergrund diverser Fernsehtrailer zu hören, auch Spillers „Groovejet“ wird mindestens einmal am Tag von irgendeinem Privatsender zur Musikuntermalung verheizt – doch der Einsatz von „One More Time“ in deutschen Fußballstadien zum Anheizen der Fans schießt wohl in Punkto Massenkompatibilität den Vogel ab.

Top Secret
Nun ist es also endlich da, das langersehnte Album der beiden Franzosen, und Neugier und Erwartungen der Anhänger sind groß. Schließlich war „Discovery“ das bestgehütete Geheimnis, das die Szene jemals vorzuweisen hatte. Selbst an die Presse gingen, zur Vorbereitung auf die anstehenden Interviews, keine Vorab-CD raus. Wir Schreiberlinge wurden vielmehr zu vereinzelten Listening Sessions eingeladen, um dort in zwei Durchgängen dem neuesten Werk der kreaviten Pariser zu lauschen. Leider fehlt bei einer derartigen Veranstaltung ein wenig das Flair, und der Funke wollte an jenem Abend – und wir können da natürlich nur für uns sprechen – nicht so richtig überspringen. Mag sein, dass mancher Track in richtiger Clubatmosphäre und angemessener Lautstärke die Partycrowd zu überzeugen weiß, doch berühte uns „Discovery“ nicht in der Form, wie es seiner Zeit „Homework“ zu tun vermochte. Ob das neue Album eine ebenfalls derartige Anzahl an potentiellen Clubhits wie der Vorgänger bereithält – wer hat nicht noch heute „Around The World“, „Da Funk“, „Phoenix“ oder „Revolution 909“ im Ohr – bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass die beiden Pariser mit „Discovery“ wieder neue Wege beschreiten und uns einen Longplayer beschert haben, der auch nach seiner Veröffentlichung noch für Gesprächsstoff sorgen wird.

Darüber geredet wurde ja bereits im Vorfeld sehr viel, was sicher der einzigartigen Vermarktungsstrategie, die da heißt „Geheimhaltung“, zu verdanken ist. Bangaltar und de Homem-Christo gehörten noch nie zu der Art Menschen, die sich gern der Öffentlichkeit präsentierten und so wird es vermutlich auch in Zukunft bleiben. Versteckten sie sich zu „Homework“-Zeiten noch hinter Hundemasken, so zeigen sie sich den Fotografen und Kameramännern nun als Robotermenschen und weigern sich strikt, den Medien ohne ihre Verkleidungen entgegenzutreten. Okay, die an „Kampfstern Galaktika“ oder „Captain Future“ erinnernden Helme mit digitaler Laufschrift machen optisch doch mehr her als zwei Franzosen durchschnittlichen Aussehens, aber ist das der wahre Grund für die Maskerade? Wir haben bei unserem Interviewtermin in der Stadt der Liebe dann doch die Chance bekommen, den beiden Mittzwanzigern in die Augen zu blicken und festzustellen, dass uns dort zwei offensichtlich ganz normale, musikbegeisterte Jungs gegenüber sitzen. Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um zu checken, was sich seit unserem letzten Gespräch mit Thomas Bangaltar und Guy-Manuel de Homem-Christo 1997 getan hat, wie sie sich selbst und ihre Arbeit einschätzen und mit den Erwartungen ihrer Fans umgehen.

„Wir machen Musik für uns selbst, nicht für andere.“

Ganze drei Jahre hat die Szene auf neuen Daft-Punk-Stuff warten müssen. Bekanntermaßen sind sowohl Bangaltar als auch de Homem-Christo mit anderen Projekten und jeweils einem eigenen Label [Roulé und Crydamour – Anm. d. A.] aktiv. War diese Arbeit einfach eine zeitlang vorrangig oder hat die Entwicklung des Albums den gesamten Zeitraum in Anspruch genommen?
Bangaltar: „Wir haben das Album innerhalb der letzten zweieinhalb Jahre aufgenommen. Wir machen Musik für uns selbst, nicht für andere. Also nehmen wir uns die Zeit, damit wir am Ende auch glücklich sind mit dem, was wir gemacht haben. Wir haben nicht auf einen passenden Zeitpunkt oder so gewartet sondern daran gearbeitet, bis wir meinten, jetzt wäre es fertig.“
„Homework“ war ein Konzeptalbum, das sich dem Thema „Schule“ angenommen hatte, was sich sowohl in den Tracks als auch im Coverartwork widerspiegelte. Auch „Discovery“ – Entdeckung – scheint dem Zuhörer eine Geschichte zu erzählen. Können uns Thomas und Guy-Manuel diese näher erläutern?
Bangaltar: „Es geht um Überraschungen, um die Tatsache, dass das Album eine Stufe in unserem ‘Entdeckungsprozess‘ ist und um das Mysterium um diesen herum. Es hat sehr viele Bedeutungen.“Scheinbar wollen die beiden House-Recken dies nicht weiter erklären. Vermutlich sollte sich auch besser jeder Zuhörer sein eigenes Bild machen, wenn er den Silberling in den CD-Player oder die vier Vinyls auf den Plattenteller legt. Es ist äußerst ungewöhnlich, dass ein Album im Vorfeld so massiv geheimgehalten wird. Ist das einfach eine Vermarktungsstrategie oder steckt noch mehr dahinter?
Bangaltar: „Die Geheimhaltung garantiert einfach eine größere Überraschung am Ende und somit auch mehr Spaß. Man kann das Ganze von zwei Seiten betrachten. Wir haben lange an dem Album gearbeitet. Jetzt ist da die Musik, die Optik und der Daft Club [auf den wir später noch zu sprechen kommen. – Anm. d. A.]. Die Situation hat sich in den letzten Jahren ziemlich verändert. House-Musik ist heute Mainstream. Sie ist populärer als noch vor vier Jahren. House music is pop music. Darüber sind wir glücklich. Wir haben schließlich lange dafür gekämpft, dass diese Musik an Akzeptanz und Verständnis gewinnt. Dazu kommt die schnelle Entwicklung des Internets, was eine sehr gute Sache ist. Auch Napster ist ein durchaus positives Ding, denn daran lässt sich bemessen, was für eine fabelhafte Technologie das Internet ist. Es ist großartig für Künstler und perfekt für die Kommunikation der Leute untereinander. Auf der anderen Seite war die Geheimhaltung eine gemeinsame Entscheidung von der Plattenfirma und uns. Betrachten wir, wie es mit ‚One More Time‘ gelaufen ist: Noch ehe es den ersten Tag im Radio on air ging, hatten es sich viele Leute bereits über Napster heruntergeladen. So ist es ein bisschen ein Spiel geworden. An dem Tag, wo wir Kopien rausgeschickt hätten, hätte es vermutlich auch schon bei Napster zum Download bereit gestanden. Und das ist wohl der Hauptgrund, warum wir uns für diesen Weg entschieden haben.“
Okay, das erklärt die Geheimhaltung des Albummaterials. Aber warum sind auch die Menschen hinter Daft Punk für die Öffentlichkeit nicht in dem Maße zugänglich, wie andere Acts?
Bangaltar: „Nicht, dass das falsch verstanden wird – wir sind wirklich glücklich über den Erfolg, den wir mit Daft Punk haben. Doch uns ist es auch wichtig, weiterhin wie normale, menschliche Wesen leben zu können. Jetzt sind wir öffentlich zu Robotern geworden, was uns als Menschen die Möglichkeit gibt, weiter in der Form in Freiheit zu leben, wie wir es möchten.“
Wie muss man sich das bei eventuellen Live-Gigs vorstellen? Betreten auch dann die Roboter die Bühne oder steht ihr der Crowd unmaskiert gegenüber?
Bangaltar: „Diese Geschichte betrifft eher unsere Zusammenarbeit mit dem Mediensystem. Wenn wir live spielen, ist zwischen uns und dem Publikum kein Medium geschaltet. Wir sind mit den Fans in einem Raum, stehen somit nur einer begrenzten Zahl von Leuten Auge in Auge gegenüber und das ist doch etwas anderes, als unsere Gesichter in einer Zeitschrift oder im Fernsehen zu zeigen.“

„Wir glauben zu wissen, wie man ‚basic house tracks‘ produziert.“

Wie groß ist der Erfolgsdruck, wenn man zuvor ein Album produziert hat, dass das Publikum so begeistert hat wie einst „Homework“? Macht das das Arbeiten an neuem Material in irgendeiner Form unentspannter?
de Homem-Christo: „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen von dem, was andere vielleicht von uns erwarten. Die einzigen Anforderungen, die wir erfüllen müssen, sind die, die wir an uns selbst stellen. Wir machen uns keine Gedanken darüber, was die Leute wohl von uns erwarten. Es hat keinen Zweck, etwas für andere tun zu wollen. Vielmehr macht es für uns Sinn, so zu produzieren, wie wir es wollen. Und wenn wir das gut machen und am Ende voll dahinter stehen können, dann wird es auch anderen gefallen. Doch wenn wir uns dahingehend unter Druck setzen lassen, „Homework 2″ auf den Markt bringen zu müssen, dann sind wir möglicherweise nicht zufrieden mit dem Ergebnis, weil wir lediglich Vorangegangenes kopiert haben. Wenn es dann auch die Fans nicht mögen, haben wir Material, das niemandem gefällt. So aber können wir sicher sein, dass wenigstens wir unsere Tracks mögen. Wir wollen einfach glücklich sein mit dem, was wir machen. Ob es die Leute in den Clubs anschließend kickt, ist erst der zweite Schritt.“
Bedeutet das, dass ihr neues Material auch gar nicht erst, wie man es von anderen Produzenten kennt, im Club testet, sondern irgendwie ein bisschen „auf gut Glück“ produziert?
Bangaltar: „Wir glauben zu wissen, wie man einen ‚basic house track‘ produziert. Und das war es, was wir bei diesem Album machen wollten. Die eigentliche Herausforderung besteht anschließend darin, verschiedene Remixe dieser Stücke auf den Markt zu bringen. Diese testen wir dann auch in den Clubs, aber das wäre bei einem Großteil der Titel auf dem Album gar nicht möglich gewesen. Und so verzichten wir bei der Produktion eines Longplayers einfach darauf.“
Für „Discovery“ hat man einige Leute zur musikalischen Unterstützung an Land ziehen können. So hat Romanthony neben „One More Time“ auch noch die Vocals zu „Too Long“ eingesungen und DJ Sneak arbeitete an „Digital Love“ mit. Wie ergeben sich derartige Kollaborationen?
Bangaltar: „Wir sind alle seit sehr langer Zeit Freunde und wollten schon immer etwas gemeinsam produzieren. Wir sind sehr glücklich darüber, dass das geklappt hat, dass wir Zeit zusammen verbringen und gemeinsam Musik machen konnten.“ Auch die Samples, auf die ihr zurückgreift, sorgen immer wieder für Gesprächsstoff. Diesmal mit dabei sind Barry Manilow, Edwin Birdsong und George Duke. Wie geht ihr vor, wenn ihr Material für neue Tracks sammelt?
de Homem-Christo: „Wir haben da nicht plötzlich irgendwelche genialen Einfälle. Vielmehr hören wir viele Platten und legen eine Scheibe, von der wir meinen, dass wir sie eventuell einmal gebrauchen können, zur Seite. Dann sortieren wir wieder etwas aus, bis wir die Sachen zusammen haben, die wir schließlich auch verwenden. Es ist dabei nicht wichtig, dass es jetzt ausgerechnet Barry Manilow ist, den wir sampeln, sondern lediglich, dass sich etwas daraus machen lässt. Es muss ins Album und zu der Stimmung passen, die wir vermitteln wollen.“
Zum Zeitpunkt des Interviews ist das Video zu „One More Time“ noch in Produktion und wird schließlich im Februar an den Start gehen. Hat es euch persönlich überrascht, dass ihr trotz der fehlenden Rotation auf den Musikkanälen, die heutzutage die Hauptverantwortlichen für sämtliche Verkaufchartsplazierungen sind, so hoch eingestiegen seid?
Bangaltar: „Das war eine weitere Herausforderung für uns – die Sales Charts zu erreichen, ohne ein Video zum Track zu präsentieren. Wir sind sehr glücklich darüber, dass es tatsächlich funktioniert hat. Natürlich waren wir auch überrascht, aber wir wollten einfach mal zeigen, dass es auch so geht. Es ist heute offensichtlich so etwas wie ein Gesetz, ein Video haben zu müssen, um erfolgreich zu sein. Diese Regel wollten wir brechen.“
Warum sind sämtliche Vocals in englisch? Wäre es für euch als Franzosen nicht auch interessant, einmal etwas in euer Muttersprache zu produzieren? Immerhin gilt französisch international als sehr erotische Sprache.
Bangaltar: (lacht) „Als erotische Sprache empfindet man doch eigentlich immer nur eine fremde. Für einen Franzosen ist seine Muttersprache nicht unbedingt erotisch.“
Wir bezweifeln an dieser Stelle jedoch sehr, dass irgendjemand, egal aus welchem Land auch immer, deutsch als erotische Sprache bezeichnen würde. Aber bitte…

„Unsere Antwort auf Napster heißt ‚Daft Club‘!“

Kommen wir lieber noch einmal auf das Thema Internet und Napster zu sprechen. Noch vor der offiziellen Veröffentlichung von „One More Time“ tauchten diverse Titel unter dem Namen Daft Punk auf, die bisher unbekannte Produzenten ins Netz gestellt hatten. Kurz vor dem Release des Albums kamen nun noch einige Tracks hinzu, die ebenfalls nicht der Feder der beiden Pariser entsprungen sind. Wie beurteilen Thomas und Guy-Manuel die Situation? Ärgert man sich darüber und geht möglicherweise sogar dagegen vor?
Bangaltar: „Napster ist eigentlich eine großartige und sehr populäre Sache und speziell dagegen unternommen haben wir nichts. Einerseits bietet das Internet die Möglichkeit, den Kontakt zum Publikum herzustellen, andererseits ist es aber auch extrem schwer zu kontrollieren. In unserem Fall weißt du, wenn du dir eins der Stücke herunterlädst, gar nicht genau, ob es wirklich ein echter Daft-Punk-Track ist. Aber es bringt den Leuten die Musik näher und es besteht doch immer noch ein himmelweiter Unterschied zwischen dem Download eines Titels und dem Kauf einer CD. Wie gesagt, speziell unternommen haben wir nichts, wir haben vielmehr darauf reagiert und als eine Art Antwort darauf den Daft Club ins Leben gerufen.“
Und dieser wird derzeit ganz massiv promoted. Auf der Midem in Cannes wurde das Internetprojekt nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Die Gemeinschaftsarbeit von Virgin Records, Zomba Music, Daft Life Ltd (Producer von Daft-Punk-Material) und Intertrust bietet dem User und Daft-Punk-Fan mit dem Kauf der CD und einer speziellen Clubkarte den Zugang zur Daft-Club-Site mit der Möglicheit des Downloads exlusiven Materials und neuster Remixe. Hier kann sich der User über Neuigkeiten aus dem Pariser Studio informieren, sich mit anderen Anhängern in diversen Communities austauschen und noch viele andere Features nutzen. Dieses Baby liegt den Herren Bangaltar und de Homem-Christo ganz besonders am Herzen und ist ein weiterer Versuch, wieder einmal ihre Vorreiterposition in Sachen Fortschritt zu unterstreichen.
Bangaltar: „Du kaufst einfach die CD und mit der beigefügten Nummer kannst du Mitglied im Daft Club werden. Hier bekommst du eine Menge kostenlosen Stuff geboten. Das ist die Idee dahinter und wir denken, dass wir damit einen weiteren innovativen Schritt unternommen haben.“
Ganz so innovativ, wie man zunächst meint, ist diese Idee jedoch nicht. Ein ähnliches Konzept versuchten bereits im vergangenen Jahr Underworld mit ihrem DVD-Projekt durchzusetzen, was nicht unbedingt von kommerziellem Erfolg gekrönt war. Apropos Innovation: Daft Punk gelten, neben Acts wie Bob Sinclar, Cassius und Superfunk, als der Inbegriff des French House und seine innovativsten Köpfe. Wo sehen sie selbst die Unterschiede zu deutschen, englischen und amerikanischen Produktionen? Was macht French House so anders und so erfolgreich?
de Homem-Christo: „Wir unterscheiden nicht nach den Herkunftslädern. Ich denke nicht, dass House-Musik eine Frage der Nationalität ist. Selbst wenn du dir die verschiedenen französischen Acts anhörst, klingen sie doch nicht alle gleich. Jeder hat seine eigene Identität, seinen eigenen Style. Housemusic is international. Es gibt eine Menge interessante Musik in Frankreich, die gibt es aber ebenso in Deutschland oder England. Wir denken nicht, dass wir speziellen französischen Sound produzieren.“
Welches Album oder welcher Track hat euch im vergangen Jahr am nachhaltigsten beeindruckt?
de Homem-Christo: „Die beiden Alben, die mir am besten gefielen, waren Radiohead und Outkast.“
Bangaltar: „Das Outkast-Album geht in viele verschiedene musikalische Richtungen. Und auch das Radiohead-Album folgt keinem bekannten Prozess. Es läuft nicht ständig im Radio, es gibt keine Videos. Das sind Platten, die wirklich wichtig sind. Hierbei geht es nicht nur um die Musik, sondern auch darum, wie mit dem Ergebnis umgegangen wird.“

Eine halbe Stunde ist schnell um. Vor der Tür scharren bereits diverse andere Medienvertreter mit den Hufen und warten auf Einlass in die heiligen Hallen, so dass wir das Feld nun räumen müssen. Die abschließende Frage nach einer Promotour zum Album wird noch verneint. Man möchte seine gesamte Energie und Aufmerksamkeit in der nächsten Zeit in das Projekt Daft Club investieren. Schade eigentlich, denn Live-Auftritte in unseren Breitengraden liegen ja mittlerweile schon einige Jahre zurück und dürften inzwischen einen enormen Anstrum verursachen. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. So ziehen wir also von dannen, mit einem Interview in der Tasche, der Erkenntnis, dass nachwievor Thomas Bangaltar das Sprachrohr des Duos ist und der Gewissheit, dass das nicht das Letzte gewesen sein wird, was wir von den Schattenfiguren des French House gehört haben. Warten wir ab, was die nächste Zeit so bringt. Jetzt können wir uns aber erstmal auf die nächste Singleauskopplung „Aerodynamic“ freuen, die im Daft-Punk-typischen Gewand sicherlich wieder die Tanzflächen sämtlicher Houseclubs füllen wird.

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