Kylie Minogue – Kiss Me Once

Rund ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Kylie Minogue mit Nummern wie „The Loco-Motion“ und „I Should Be So Lucky“ nach einer ersten Karriere als TV-Serienstar den Musikmarkt eroberte. Optisch hat sich die zierliche Australierin seither kaum verändert – sehen wir vom Styling mal ab, aber das liegt ja in der Natur der 80er-Jahre-Sache. Faltenfreier und pralllippiger als je zuvor präsentiert sie nun mit „Kiss Me Once“ ihr zwölftes Studioalbum. Dass sie sich hierfür an modernen Popinszenierungen orientiert, überrascht wenig. Schon immer ist es Miss Minogue gelungen, sich rechtzeitig neu zu erfinden, um ihrer Karriere frischen Schwung zu verleihen und weiterhin ganz oben mitspielen zu können. Tatkräftig dabei unterstützt wird sie neuerdings von Jay-Zs Management-Agentur Roc Nation, bei der sie seit vergangenem Jahr unter Vertrag ist.

„Kiss Me Once“ entstand in Studios in Los Angeles, New York City und London und hat in Sachen Kollaborationen so einiges zu bieten. Auf der Liste der Songwriting- und Produktionsmitstreiter finden sich Namen wie Kelly Sheehan (Beyoncé, Mary J. Blige), Wayne Hector (Nicki Minaj, One Direction, Olly Murs) und Sia Furler, die bereits für und mit Leuten wie David Guetta, Katy Perry, Eminem und Christina Aguilera arbeitete. Wie ein Enrique Iglesias da rein passt, weiß man nicht, aber auch er durfte mit der heute 45-Jährigen ins Studio und die Ballade (was auch sonst?) „Beautiful“ aufnehmen.

Wie alle anderen großen Popdiven kommt aber auch Kylie nicht länger drumherum, sich in die Hände erfahrener EDM-Produzenten zu begeben, um am Puls der Zeit zu bleiben. Und doch ist auch das zwölfte Album natürlich in erster Linie ein lupenreines Popalbum, das sicherlich ihre eingefleischten Anhänger zum Tanzen animieren, in den „echten“ Clubs des Landes aber eher nicht die Dancefloors füllen wird. Im Vorfeld wurde bereits der Opener „Into The Blue“ als Auskopplung unters Volk gebracht, dank der Hilfe von Kelly Sheehan eine perfekt arrangierte Popnummer.

Natürlich darf auch Superproduzent Pharrell Williams bei so einem Longplayer nicht fehlen. Ohne den geht es im Moment einfach nicht, möchte man von den Massen erhört und ernst genommen werden. Williams hat das tatsächlich herausragendste Stück, „I Was Gonna Cancel“, zu verantworten, das mit viel Funk-Gefühl mächtig Spaß macht. So sind Einflüsse aus R ’n’ B, HipHop, Funk, Disco, Electro und Dance hinlänglich vertreten, um ein modernes Popalbum zum Verkaufsschlager zu machen.

Album bei Napster hören

Kommentar verfassen