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Nirvana – Bleach

Nirvanas schrammeliges Debütalbum steht völlig zu Unrecht im Schatten seines erfolgreichen Nachfolgers „Nevermind“, denn im Grunde ist es das einzige echte Grunge-Album der Band.

Als im Sommer 1989 auf Sub Pop ihr Debütalbum erscheint, ahnt noch niemand, welchen kommerziellen Erfolg Nirvana zwei Jahre später mit „Nevermind“ landen sollen. Von „Bleach“ verkaufen sich in den USA zunächst nur 40.000 Exemplare. Von ihrem Ruf als eine der bedeutendsten Rockbands aller Zeiten sind die Twens aus Seattle da also noch meilenweit entfernt. Doch möchte man die Band als die Grunge-Götter schlechthin verstanden wissen, kommt man an der Platte nicht vorbei. Kurt Cobain – der sich zu dieser Zeit noch Kurdt Kobain schreibt – wird schon damals hörbar von Wut und Schwermut getrieben.

Zwar deuten Songs wie „About A Girl“ und „School“ bereits eine gewisse Popattitüde an, doch insgesamt ist „Bleach“ dreckiger und schrundiger als alles, was danach kommt. So ist „Negative Creep“, bei dem sich Cobain gesangstechnisch die Seele aus dem Leib kotzt, ein wahres Garage-Punk-Rock-Monster. Überhaupt schrammeln und prügeln sich Nirvana – hier noch zu viert, ohne Dave Grohl, dafür mit Chad Channing am Schlagzeug – durch die 13 Songs.

Für viele, die Nirvana erst mit „Nevermind“ entdeckten, ist „Bleach“ mitunter zu abgefuckt, nicht gefällig genug und taugt auch nicht zum Mitsingen. Wer aber Grunge im Allgemeinen und Nirvana im Speziellen verstehen möchte, kommt um ein intensives Studium ihres Debüts nicht herum. Es ist die simpelste und ehrlichste Platte ihrer Karriere, sie entstand mit einem Budget von gerade einmal 600 US-Dollar. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen ist „Bleach“ für mich Nirvanas bestes Album.