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Pearl Jam – Lightning Bolt

Fragt man heute einen einigermaßen musikinteressierten Menschen, an welche 1990er-Jahre-Rockband er sich noch erinnern kann, die aus Seattle stammte und unter der Genrebezeichnung Grunge firmierte, fällt der Name Pearl Jam in einem Atemzug mit Nirvana, Soundgarden und vielleicht noch Alice In Chains.

Entstanden ist Pearl Jam seinerzeit auf einigen Umwegen aus den „Resten“ der Band Green River, deren eine Hälfte Mudhoney gründet und deren andere Hälfte als Mother Love Bone weitermacht. Als Mother Love Bone-Sänger Andy Wood an einer Überdosis Heron stirbt, nimmt sein Ex-Mitbewohner Chris Cornell mit einigen anderen Musikern ein Album als Temple Of The Dog auf. Mit dabei ist auch der aus Evanston, Illinois zugezogene Eddie Vedder, und als Cornell im Anschluss mit Soundgarden durchstartet, machen die übrigen TOTD-Leute mit Vedder am Mikro als Pearl Jam weiter. 1991 erscheint ihr erstes Album unter dem Titel „Ten“, 2013 nun gibt es ihr zehntes Album. Überhaupt sind Pearl Jam die einzige Band vergangener Grunge-Tage, die ohne zeitweilige Trennungen auskommt und keine drogenbedingten Verluste zu verzeichnen hat. Und nicht nur ihr Debüt „Ten“, heute noch eins der meist verkauften Rockalben aller Zeiten, ist mehr als nur ein Achtungserfolg und schon gar eine Eintagsfliege. Auch jedes der bisher erschienenen anderen acht Alben konnte u.a. in den USA spitzenmäßige Chartplatzierungen einfahren. Erst das 2009 veröffentlichte „Backspacer“ schaffte es auf Rang Eins. Dass Pearl Jam also auch mit ihrem zehnten Album keine großen Risiken eingehen und sich somit nicht von einer völlig neuen Seite präsentieren, dürfte klar sein. Never change a running system – heißt es schließlich nicht ohne Grund. Und das ist gut so.

„Lightning Bolt“ ist ein lautes, rockiges Album geworden, mit dem sich Pearl Jam treu bleiben. Mit dem Opener „Getaway“ geht es gleich super energetisch los, gefolgt vom punkig-agressiven „Mind Your Manners“, der ersten Singleauskopplung des Albums. “Sirens“ ist dann die zweite und damit aktuelle Single und die erste Ballade auf „Lightning Bolt“. Ein hymnischer Song, geschrieben von Vedder und inspiriert durch die Sirenen, die nachts in Los Angeles zu hören sind. Rockiger Folkpop findet ebenso seinen Platz („Sleeping By Myself“), wie überbordende Gitarreneinlagen („My Father’s Son“) und melancholische Pianoläufe („Pendulum“). Die Band selbst bezeichnet „Lightning Bolt“ als ihre beste Arbeit und liefert in ihrem 23. Bandjahr tatsächlich ein Album ab, das sie zwar gereift, aber kein Jahr gealtert erscheinen lässt. Vielseitig, kraftvoll und zeitlos.

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