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SIMIAN MOBILE DISCO – Space Cave Disco Dancers

Der erste Schritt der Briten James Ford und Jas Shaw auf dem Weg an die Spitze der elektronischen Tanzmusikliga liegt bereits einige Jahre zurück. Die Band Simian war gerade in Begriff sich zu trennen, als ihr Label beschloss, den Track »Never Be Alone« für einen Remixcontest bereitzustellen. Das kommerzielle Rennen machte am Ende dann nicht etwa der ausgewählte Gewinnertune, sondern die Version zweier bis dato noch völlig unbekannter Franzosen namens Justice. Bis heute ist die Textzeile »… we are your friends, you’ll never be alone again …« eine der am lautesten mitgesungenen in den Clubs hüben wie drüben.

Als dann 2007 mit »Attack Decay Sustain Release« das Debütalbum der Herren Ford und Shaw, übriggebliebener Rest von Simian und nun als Simian Mobile Disco aktiv, erschien, war der Hype um diesen Konsenshit noch längst nicht abgeklungen. Fans wie Kritiker überschlugen sich vor Begeisterung ob ihrer ganz besonderen Auffassung elektronischer Tanzmusik – einer überzeugenden Schnittstelle aus Indie und Elektronik, wie sie vielleicht nicht völlig neu war, von den beiden aber doch neu interpretiert wurde.

Mit »Temporary Pleasure« steht Mitte des Monats nun das FollowUp ins Haus, mit dem James und Jas erneut dank ihrer Flexibilität zwischen Electro- und Gitarrenattitüde einen Hype kreieren, den sie so doch eigentlich nie wollten. Und demnach haben sie von dem Getue um ihre Musik wenig Aufhebens gemacht und sich davon für die Produktion des Zweitwerks nicht beeindrucken lassen. »Wir haben uns von dem ganzen Hype nicht beeinflussen lassen, dennoch aber sehen wir ›Temporary Pleasure‹ nicht als Stunde Null, sondern schon als natürliche Weiterentwicklung, dessen, was mit dem Debütalbum begann.« Und so steht musikalische Vielfalt wieder an erster Stelle, treffen vocal-lastige Tunes mit Indierockanstrich auf echte Clubtracks. »In unseren Herzen sind wir defintiv ein elektronischer Act. Wie könnten wir ohne das entsprechende Setup auch als Band durchgehen? Wir mögen sowohl die kleineren Clubs als auch die großen Bühnen, ermöglichen sie uns doch ganz unterschiedliche Dinge. Auf der großen Bühne können wir unser gesamtes Licht, unser Studioequipment mitbringen. Im Club herrscht dagegen eine intimere Atmosphäre, aber es fehlt der Platz für eine großartige Liveshow.«

Hier sprechen die zwei aus Erfahrung, sind ihnen Clubgigs doch ebenso vertraut wie Auftritte als Support von Underworld oder The Chemcial Brothers und bei Events wie dem Melt!. Als Produzententeam haben sie für Bands wie Klaxons oder Arctic Monkeys die Regler bedient. Dennoch oder gerade deswegen sträuben sie sich gegen das übliche Schubladendenken. Insbesondere der von der britischen Presse bis zur Schmerzgrenze ausgereizte Begriff NuRave, mit dem an sie häufig in Verbindung gebracht hat, stößt Jas und James sauer auf: »Wir sind davon sowas von gelangweilt. NuRave war mehr als Witz gedacht und hat mit Musik nur bedingt zu tun. Ein dummes Style/Fashion-Ding. Wir bezeichnen unsere Musik lieber als ›Space Cave Disco‹.«

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