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„Star Wars IX“: Das letzte Aufbegehren eines Skywalkers

Mehr als vier Jahrzehnte nach „Krieg der Sterne“ und zwei Jahre nach „Die letzten Jedi“ kommt mit „Der Aufstieg Skywalkers“ der finale Teil der „Star Wars“-Saga in die Kinos. Ein Film, der einige Fragen aus den übrigen Teilen befriedigend beantwortet, aber auch Raum für neue Franchises lässt.

Ohne Zweifel gehört „Star Wars IX: Der Aufstieg Skywalkers“ zu den sehnlichst erwarteten Filmen 2019 und schlägt dann auch noch kurz vor Jahresende ein wie ein explodierendes Raumschiff auf dem Planeten Jakku. Unter der Regie von J.J. Abrams, der auch schon für den ersten, eher uninspirierten Teil der Sequel-Trilogie, „Das Erwachen der Macht“, verantwortlich zeichnete, muss das Gute mal wieder alles geben, um der Dunklen Seite der Macht die Stirn zu bieten.

Dieses Gute kommt in Form der ehemaligen Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley) daher, die nach dem Tod von Luke Skywalker (Mark Hamill) der letzte verbliebene Jedi ist. Unter der Anleitung ihrer Mentorin Prinzessin Leia (Carrie Fisher) steigt sie an der Seite ihrer Freunde Finn (John Boyega), Poe (Oscar Isaac), Chewbaccca und C-3PO gegen Ben Solo alias Kylo Ren (Adam Driver) in den intergalaktischen Ring.

Der Sohn von Leia und Han Solo, der unlängst auf die Dunkle Seite der Macht wechselte und als Enkel von Darth Vader seinen in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ verstorbenen Großvater stolz machen würde, hat eine weitaus größere Armee hinter sich als Rey und ihre Freunde. Alles läuft auf einen äußerst ungleichen Kampf hinaus. Als dann mit Imperator Palpatine ein längst totgeglaubter Widersacher wieder auftaucht, ist es an der Zeit, dass der Krieg zwischen Jedi und Sith ein für alle Mal entschieden wird.

Prinzessin Leias letzter Kampf

Erzählt wird die Geschichte des finalen Jedi-Aufbegehrens gegen die Letzte Ordnung in wahnwitziger Geschwindigkeit und eindrucksvollen CGI-Bildern, die dem Zuschauer kaum Zeit zum Durchatmen lassen. Die Beantwortung der Frage nach der Identität des Skywalkers, dessen Aufstieg der Titel verspricht, lässt dieser Artikel zwecks Spoiler-Vermeidung offen und verrät auch so manches andere nicht.

Kein Geheimnis ist allerdings, dass Carrie Fisher in „Der Aufstieg Skywalkers“ ziemlich genau drei Jahre nach ihrem Tod ihren letzten Auftritt als Prinzessin Leia hat. Man hatte von den Dreharbeiten zum Vorgänger „Die letzten Jedi“, während derer sie verstarb, noch so viel Material mit ihr übrig, dass das finale Drehbuch kurzerhand um dieses herum geschrieben wurde.

Andere Cameo-Auftritte altbekannter und wichtiger Charaktere, Flugobjekte, Gegenstände und Zitate aus dem 42-jährigen „Star Wars“-Universum sorgen für warme Nostalgie und gelegentliche Erheiterung. Was es mit Reys Herkunft tatsächlich auf sich hat, wird nach und nach entblättert. Ein gut informierter „Star Wars“-Anhänger dürfte das allerdings bereits im Vorfeld geahnt haben.

Bombastisches Popcorn-Kino

„Star Wars IX: Der Aufstieg Skywalkers“ ist bombastisches wie rasantes Popcorn-Kino, bei dem man weder auf tiefgründige Dialoge noch auf einen wahnwitzig überraschenden Plot hoffen sollte. Die Moral der Geschichte aber passt in unsere Zeit und scheint dem Motto der 2018 in Chemnitz stattgefundenen Gegen-Rechts-Demo #wirsindmehr entliehen: Wenn die Guten zusammenhalten, hat das Böse keine Chance. Der neunte Teil der Science-Fiction-Saga liefert also ein durchaus fulminantes und befriedigendes Ende der mehr als vierzigjährigen „Star Wars“-Filmgeschichte.

So ganz geht man aber bekanntlich ja nie. Und so läuft in den USA auf Disney+ bereits der Serienableger „The Mandalorian“ über einen galaktischen Kopfgeldjäger samt niedlichem Baby-Yoda. 2020 bekommt dann Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) eine eigene Reihe, die von Rian Johnson entwickelt wird, auch wenn der mit dem achten „Star Wars“-Teil grandios scheiterte. Obendrein soll Marvel-Filmchef Kevin Feige bereits einen weiteren Kinofilm erdenken.