Alle Farben – Synesthesia

Alle Farben – Synesthesia

Als Frans Zimmer vor einigen Jahren beginnt, seine bisweilen sechsstündigen, nach Farben benannten Mixe via SoundCloud unteres Volk bringt, entsteht sehr schnell ein massiver Rummel um den Berliner. Wer ist der junge Typ, der da plötzlich wie aus dem Nichts die elektronische Musikszene umkrempelt und House mit Seele wieder salonfähig macht, fragt man sich vielerorts. Diese Frage beantwortet der 28-Jährige jetzt mit seinem ersten Studioalbum „Synesthesia“.

Dass Alle Farben dieses Album nach jener Sinnesstörung benennt, bei der im Gehirn zwei oder mehr physisch getrennte Bereiche der Wahrnehmung gekoppelt werden, gehört zum Konzept. So ist auch der Untertitel „I Think In Colours“ nur logisch. Ebenso logisch ist, dass sich das Farbthema auf jenem Album mehrfach wiederfindet, zum Beispiel schon in den Lyrics des Intros. Für sein Debütalbum hat Frans elektronische Programmierung mit organischer Instrumentierung zusammengebracht und einen Mix aus ganz unterschiedlichen Housestilen kreiert. Das ergibt am Ende ein popaffines Album mit Vocalgästen wie Graham Candy, Sway Clarke II und Jenny Rossander aka Lydmor, das sich in den anstehenden Sommer perfekt einfügt. „Synesthesia“ ist nicht einfach ein Longplayer für den Club, bei dem sich tanzbare Tracks aneinanderreihen, sondern durchaus für das reale Leben gedacht. Es nimmt den Zuhörer zärtlich in den Arm, um ihn im Takt hin und her zu wiegen und anschließend ein wenig glücklicher wieder in den Alltag zu entlassen. „Synesthesia“ ist erfrischend unaufgeregt und ein Feelgood-Album für Houseliebhaber und -neueinsteiger.

Album bei Napster hören.

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