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Scheiß auf gute Vorsätze

Ein neues Jahr steht an, und die Zeichen dafür, dass dieses besser wird als das letzte, stehen ziemlich gut. Schlechter als 2008 wäre nämlich eine Frechheit. Kack Sommer. Die EM nicht gewonnen. Heath Ledger tot. Amy Winehouse, diese total überzogene Karikatur einer völlig durchgeknallten Drogenabhängigen, dagegen immer noch nicht. Britney Spears feiert ein Comeback, das außer ihr selbst niemand braucht, und Rihanna hat auch noch immer niemand die Luft zum Singen und Atmen abgedreht.

Die bildgewaltige Boulevardpresse degradiert 2008 seit Wochen zum Jahr der Promitrennungen, was über das sonstige Geschehen in den letzten 12 Monaten so einiges aussagt. Madonna und Guy, Boris und Sandy, Ben und Kate, Sarah und Marc, Veronika und …äh… ihr Mann, Amy und Blake, Paris und Benji, Angelina und Brad… Okay, die noch nicht, aber ich schreibe diese Kolumne Anfang Dezember. Was nicht ist, kann also durchaus noch werden. Wenigstens das wäre mal eine gute Nachricht. Aus diesen und vielen weiteren Gründen habe ich mir für 2009 nichts vorgenommen. Gute Vorsätze? Nein danke. Ich werde auch im neuen Jahr keinen Sport treiben. Ich werde defintiv nicht weniger Alkohol und dafür mehr Wasser trinken, gesünder essen oder zurückhaltender feiern als 2008, 2007, 2006 und all die Jahre davor. Vielleicht fange ich wieder an zu rauchen, aber das ist erstmal nur so eine Idee. Ich fange nicht an zu kochen, außer vor Wut, werde nicht freundlicher zu meinen Mitmenschen sein und Callcenter-Agents nach wie vor für den Bodensatz unserer Gesellschaft halten. Ich spende nichts für gute Zwecke und gebe dafür lieber den einen oder anderen Euro zuviel für die unnützen Dinge des Lebens aus. Ich werde mich zu meinem bald anstehenden Geburtstag daheim mit meinem Kumpel Johnny W. einschließen, aber auf die Frage, ob ich ein Problem mit meinem Alter habe, weiterhin tapfer und voller Überzeugung mit „Nein!“ antworten. Und keinesfalls werde ich mich diesem entsprechend benehmen. Weder in 2009, in 2010, in 2011, noch in einem der darauf folgenden Jahre.

Ach ja, und ehe ich es vergesse: Ich verbitte mir zum Jahreswechsel jegliche Zusprüche, Wünsche und Betatschungen seitens flüchtiger Bekannter und gänzlich Fremder. Ich habe die Gruppenumarmungen und Dauerbeknutschungen sicherlich noch von Weihnachten in böser Erinnerung, also verschont mich damit zu Silvester – und an meinem Geburtstag sowieso. Echte Freunde und die Familie sind von dieser Regel natürlich ausgenommen.

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